Janina Meinhardt (xxx9107)
Lia Madeleine Müller (xxx9574)
Johanna Käthe Mau (xxx5703)
Plakat (Download):

Webseite (Link):
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Unter dem Oberthema „Speculative Design“ basiert unsere Projektarbeit auf der What-If-Frage „Was wäre, wenn alle natürlichen Ressourcen zum Bauen aufgebraucht wären und Häuser in Zukunft ausschließlich aus recyceltem Plastik bestehen würden?“.
Die Frage soll zum Nachdenken darüber anregen, ob technologische Lösungen allein ausreichen oder ob sie gesellschaftliche und ökologische Probleme lediglich verschieben.
In unserem Zunkunftsszenario wird sowohl die immerwährende Überbevölkerung, als auch die Knappheit von Wohnraum und die dafür benötigten Ressourcen beleuchtet. Die Zunkunft könnte circa 2136 so stattfinden. Maximal überreiche Menschen können sich die letzten Holz-und Steinhäuser leisten, da alle natürlichen Baustoffe durch die Klimakrise und den Überkonsum erschöpft sind. Der Großteil der neuen Häuser kann nur noch aus recyceltem Plastik hergestellt werden, da es sich über viele Jahrzehnte angesammelt hat. Plastik ist nicht mehr Müll, sondern der wichtigste Baustoff der Zukunft.
Über die Generationen hinweg ist dieses Leben zur Normalität geworden und Plastikhäuser sind ein fester Bestandteil des Alltags. Obwohl dadurch vorhandene Abfälle weiterverwendet werden, wird das eigentliche Umweltproblem nicht gelöst. Der Plastikmüll verschwindet nicht, sondern wird lediglich in eine neue Form überführt. Die Gesellschaft hat sich an diesen Zustand gewöhnt und vermarktet ihn sogar als innovativen und nachhaltigen Lebensstil.
Es gibt dabei durchaus Gegenbewegungen, die mit dieser Art zu leben nicht einverstanden sind und andere Perspektiven zum Wohnen fordern, als das Leben in Plastik-Häusern.
Unser Ziel war es eine Zukunft zu gestalten, die sowohl auf das Konsumverhalten als auch auf die Klimakrise aufmerksam macht. Dabei nutzen wir gezielt das Material Plastik, da dies zu den Kernproblemen unserer Realität zählt, nicht allein wegen der Entsorgung, sondern auch, weil genau das aus Erdöl hergestellte Plastik wiederum zur Erschöpfung fossiler Rohstoffe beigetragen hat.
Auf den ersten Blick wirkt das Wohnprojekt modern, nachhaltig und technologisch fortschrittlich. Erst beim genaueren Betrachten fallen die Graffiti und Sticker auf, die Kritik an der vermeintlichen Lösung äußern, sowie die rechtlichen Absicherungen und Maßnahmen des Bauträgers um sich zu schützen. Dadurch entsteht ein bewusster Widerspruch zwischen der professionellen Werbekampagne und der gesellschaftlichen Gegenbewegung.
Bei unserem Artefakt handelt es sich um einen Entwurf für eine Bautafel/ Plakat, die man z.B. als Werbung an einer Baustelle für ein neues Wohnprojekt finden könnte. Das Plakat orientiert sich gestalterisch an modernen Architektur- und Immobilienkampagnen. Es zeigt eine futuristische Wohnsiedlung sowie typische Marketingelemente wie Schlagworte, Wohnungsinformationen und einen QR-Code.
Der QR-Code führt zu einer eigens entwickelten Website, auf der Interessierte ihr zukünftiges Plastikhaus konfigurieren können. Dadurch wirkt das Szenario glaubwürdig und interaktiv. Durch die visuellen und interaktiven Elemente wird der Betrachter in diese erschaffene Realität einbezogen, womit wir einen direkten Einbezug des Betrachters in das Szenario erzielen wollen.




Wir haben uns bewusst für ein Werbeplakat mit Interaktivität entschieden, da Werbung gesellschaftliche Werte und Zukunftsvisionen widerspiegelt. Durch die Darstellung als Immobilienkampagne wirkt das Zukunftsszenario zunächst glaubwürdig und alltäglich. Erst die Graffiti und Sticker brechen diese Illusion und regen zum kritischen Hinterfragen an.
Die Häuser wurden bewusst modern, hochwertig und fast luxuriös gestaltet. Dadurch wird die Zukunft nicht als dystopischer Slum dargestellt, sondern als scheinbar attraktive Wohnvision. Das verstärkt den Kontrast zur eigentlichen Botschaft.
Begriffe wie „Module von Single bis Family Plus“ oder „Get Your Home“ orientieren sich an heutigen Immobilienkampagnen. Dadurch wirkt das Plakat wie eine echte Werbeanzeige. Mit dem Spruch „Pre-Sale starts now!“ soll wie oft in Werbungen die Limitation des Angebots verdeutlicht werden, hier also die Knappheit des Wohnraums.
Zusätzlich werden Aufpreise in einer fiktiven Währung angegeben, um eine gewisse Intransparenz zu erzeugen. Diese wird durch das Kleingedruckte am unteren Rand des Plakats sowie auf der Webseite verstärkt. Dadurch wirkt das Angebot zwar professionell, gleichzeitig werden jedoch Kosten und mögliche Risiken verschleiert – ähnlich wie es auch bei heutigen Werbekampagnen der Fall ist.
Die Graffiti und Proteststicker wurden bewusst nachträglich über das Plakat gelegt. Aussagen wie „Never Trust Replast“, „Microplastic Inside“ oder „Müll bleibt Müll“ zeigen, dass es innerhalb der Gesellschaft Widerstand gegen diese Entwicklung gibt. Dadurch entsteht der eigentliche Twist des Artefakts: Während der Bauträger das Projekt als nachhaltige Innovation verkauft, macht die Gegenbewegung deutlich, dass das Grundproblem weiterhin besteht.
Die Farbpalette besteht überwiegend aus freundlichen Pastelltönen und einer modernen Typografie. Die Häuser sind ebenfalls sehr bunt innerhalb dieser Farbpalette gestaltet, da der Vorteil bei Plastik als Baustoff ist, dass man ihn einfach in jede Form und Farbe bringen kann. Das erzeugt zunächst einen positiven Eindruck und erinnert an aktuelle Architektur- und Lifestylekampagnen. Die kräftigen Farben der Graffiti setzen dazu einen deutlichen Kontrast und lenken den Blick auf die kritischen Botschaften. Die einheitliche Gestaltung (visuelle Konsistenz) zwischen Plakat und Webseite unterstützt außerdem die Immersion in das Zukunftsszenario und macht das spekulative Konzept realistischer.
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Durch den funktionierenden QR-Code endet das Artefakt nicht beim Plakat. Die verlinkte Website erweitert das Zukunftsszenario und ermöglicht es den Nutzerinnen und Nutzern, selbst ein Plastikhaus zu konfigurieren. Dadurch wird die spekulative Zukunft greifbarer und realistischer.
Mit „REPLAST – Waste is Home“ wollten wir keine Lösung für das Plastikproblem entwerfen, sondern bewusst eine Zukunft zeigen, in der sich die Gesellschaft an das Problem angepasst hat. Das Artefakt stellt die Frage, ob technologischer Fortschritt tatsächlich nachhaltige Lösungen schafft oder lediglich neue Wege findet, bestehende Probleme zu verwalten.
Ziel ist es, die Betrachtenden dazu anzuregen, ihre Vorstellung von Nachhaltigkeit und Fortschritt kritisch zu hinterfragen und eine Diskussion über Nachhaltigkeit, Ressourcenverbrauch und den Umgang mit Plastik anzustoßen.
Ausgangspunkt war die Frage, wie sich unsere Wohn- und Baukultur verändern könnte, wenn natürliche Baustoffe nicht mehr verfügbar wären und Häuser ausschließlich aus recyceltem Plastik gebaut würden. Ziel des Projekts war es, dieses Zukunftsszenario mithilfe eines Artefakts glaubwürdig darzustellen und gleichzeitig eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit, Ressourcenverbrauch und Klimakrise anzuregen.
Die folgende Projektdokumentation gibt einen Überblick über die erreichten Ergebnisse, die Arbeitsaufteilung im Team, den Projektfortschritt sowie die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Entwicklungsprozess.
Im Verlauf des Projekts wurden folgende Ergebnisse umgesetzt:
Zum Zeitpunkt der Abgabe sind alle wesentlichen Projektbestandteile umgesetzt.
Offen sind lediglich kleinere Verbesserungen, die außerhalb des Projektumfangs liegen würden, beispielsweise:
| Name | To-Do | Stunden |
| Lia |
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| Johanna |
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| Janina |
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Während des Projekts wurde deutlich, dass Speculative Design nicht darauf abzielt, eine reale Lösung zu entwickeln, sondern Diskussionen anzustoßen und bestehende Entwicklungen kritisch zu hinterfragen.
Eine besondere Herausforderung bestand darin, die Zukunft weder als reine Utopie noch als offensichtliche Dystopie darzustellen. Ziel war es, zunächst eine glaubwürdige und attraktive Wohnvision zu schaffen, die erst beim genaueren Betrachten durch Graffiti, Sticker und kritische Botschaften hinterfragt wird. Dadurch konnten wir den gewünschten Kontrast zwischen Marketing und gesellschaftlicher Kritik erzeugen.
Außerdem haben wir gelernt, wie wichtig eine konsistente Gestaltung über verschiedene Medien hinweg ist. Durch die einheitliche Gestaltung von Plakat und Website entstand eine glaubwürdige Markenidentität, die das Zukunftsszenario realistischer wirken lässt.
Auch die technische Umsetzung stellte sich als aufwendiger heraus als zunächst erwartet. Ursprünglich war geplant, auf der Website einen interaktiven Hauskonfigurator mit einem frei drehbaren 3D-Modell zu integrieren. Aufgrund des zeitlichen und technischen Aufwands konnten wir dieses Ziel jedoch nicht umsetzen und haben stattdessen einen vereinfachten Konfigurator entwickelt. Dadurch wurde uns bewusst, wie komplex die Entwicklung einer funktionierenden und gleichzeitig benutzerfreundlichen Website sein kann.
Die Zusammenarbeit verlief insgesamt sehr gut. Die Aufgaben wurden entsprechend der jeweiligen Stärken aufgeteilt und regelmäßig gemeinsam abgestimmt. Durch das kontinuierliche Feedback konnten sowohl das Design als auch das Zukunftsszenario schrittweise verbessert werden.